JCD Riding Academy stellt sich vor

Die JCD RIDING ACADEMY wurde im April 2012 von Jean-Claude Dysli gegründet. Die Motivation für die Gründung lag von Anfang an darin, noch zu Lebzeiten von Jean-Claude Dysli eine Institution zu schaffen, in der das Lebenswerk, seine Philosophie auch über seinen Tod hinaus Bestand hat, und weiter gelebt werden kann. In Spanien und Deutschland wird die Academy mit Inhalten weiter fortgeführt.

Auszug aus der Homepage JCD Riding Academy:

"Jean-Claude Dysli wollte mit der JCD RIDING ACADEMY Wege der Ausbildung aufzeigen die zum Wohl und der Würde des Pferdes geschehen. Er wollte Pferd und Reiter eine solide & pferdegerechte Grundausbildung ermöglichen und diese auch lehren! Wir werden diese Ziele weiterhin in seinem Sinne verfolgen.
Bei uns sollen unsere Gäste von Trainern lernen, die diesen Weg eingeschlagen haben, wir möchten Reiter auf einen bewussteren Umgang mit ihrem Pferd sensibilisieren. Dabei möchten wir nicht nur Westernreiter ansprechen, sondern auch Reiter der spanischen Reitkunst, der Doma Vaquera und der Arbeitsreitweise, die Working Equitation sowie alle Reiter die in einer guten Partnerschaft mit ihrem Pferd Freude am Reiten haben wollen. Wir wollen eine Institution schaffen, die für pferdegerechte Ausbildung von Reiter & Pferd steht, und die für jeden nachvollziehbar ist. Jean-Claude Dysli sagte immer: "Wir reiten doch alle Pferde, und keinen Stil!". Neben der soliden Ausbildung von Reitern ist die Trainerausbildung ein weiterer wichtiger Schwerpunkt der JCD RIDING ACADEMY.

Unsere Schulpferde haben eine fundierte Ausbildung, im Gegensatz zu abgerichteten Pferden, die resigniert die Manöver bzw. Lektionen abspulen. Dies zeigt sich bereits in der ersten Kursstunde, da es nicht reicht Knöpfe zu drücken und das Pferd trägt sie in allen Manövern über den Reitplatz. Bei uns müssen Sie das Pferd jeden Schritt bewusst reiten. Das Pferd zeigt Ihnen Ihre Fehler sofort. Sie lernen bei uns wie man von der Basis alle Lektionen aufbaut und wie man diese auch dem Pferd lehrt. Bei uns steht die Ausbildung des Reiters an oberster Priorität! Sie sollen von den Kursen noch lange profitieren, und nicht nur die Erinnerung an eine schöne Urlaubswoche mitnehmen!"

Informationen finden Sie unter www.jcdysli-riding.com oder erhalten Sie direkt bei
Sabine Bareuther, Fragen bitte direkt an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Mehr zu Jean-Claude Dysli hier.

 

FN - Beitragsbescheide zur landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft

 
FN empfiehlt, umgehend Widerspruch einzulegen / Fristen laufen aus.

Warendorf (fn-press). Für große Unsicherheit in pferdehaltenden landwirtschaftlichen Betrieben sorgen die Beitragsbescheide der landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft, die dieser Tage verschickt wurden. In vielen Fällen müssen die Betriebe mit einer erheblichen Kostensteigerung rechnen. Die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) empfiehlt allen betroffenen Betrieben, umgehend und fristgerecht Widerspruch einzulegen.

Zum 1. Januar dieses Jahres wurden alle regionalen landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaften zur bundesweit zuständigen Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) zusammengelegt. Hiervon berührt sind landwirtschaftliche Pferdehaltungen im Haupt- und Nebenunternehmen. Gewerbliche und vereinsgeführte Pferdehaltungen, die bei der Berufsgenossenschaft Verkehr oder der Verwaltungs-Berufsgenossenschaft versichert sind, sind nicht betroffen.

Die Zusammenlegung zur SVLFG führt zu bundesweit einheitlichen Beiträgen und zu einer stärkeren Differenzierung innerhalb der Pferdehaltungen. Unterschiedliche Faktoren beeinflussen die neuen Beiträge. Die innerhalb der letzten Wochen versendeten Beitragsbescheide weisen teils erhebliche Beitragsunterschiede zu den Bescheiden der letzten Jahre auf. FN-Generalsekretär Soenke Lauterbach erläutert: „Mit Vertretern verschiedener Landes- und Zuchtverbände war die FN in diesen Änderungsprozess eingebunden. Wir konnten in den Gesprächen mit der Berufsgenossenschaft unseren Sachverstand einbringen, aber erst seit April, als mit dem Versand der Beitragsbescheide begonnen wurde, erfahren wir überhaupt, welche Beiträge von nun an auf unsere Landwirte zukommen, die Pferdezucht, Pensionspferdehaltung oder Ausbildung zu ihrem Erwerb gemacht haben. Das Bild wird sich in den nächsten Wochen vervollständigen. Schon heute wissen wir aber, dass wir mit teils drastisch steigenden Beiträgen zu rechnen haben. Wenn es hart auf hart kommt, kann das dazu führen, dass manche Landwirte ihren Pferdebetrieb einstellen müssen.“
Um eine Prüfung der Beitragsbescheide zu ermöglichen, wird den betroffenen Betrieben geraten, zunächst einen Widerspruch gegen den Beitragsbescheid zu erheben. Der Widerspruch kann formlos (Formulierungsbeispiel: Hiermit lege ich gegen den Bescheid vom xx.xx.2014 Widerspruch ein) unter Angabe des Aktenzeichens erfolgen und ist an die ausstellende Stelle des Bescheides zu übersenden. Für eine individuelle Rechtsberatung sollte ein Jurist oder die landwirtschaftliche Beratungsstelle in Anspruch genommen werden.

Es ist größte Eile geboten, denn in manchen Regionen, in denen die Bescheide schon im April verschickt wurden, läuft die Widerspruchsfrist in wenigen Tagen aus.


Mit der Zielsetzung, einen bundesweiten Überblick der Beitragsentwicklung in der Pferdehaltung erstellen zu können, werden betroffene landwirtschaftliche Betriebe gebeten, ihre Beitragsbescheide der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (per Fax 02581 – 63 62 72 11) zu übersenden. Dieser Überblick ist notwendig, damit die FN weitere Schritte prüfen kann.

Buch zur 'Working Equitation'

 

Neu: Buch "Working Equitation Trail-Training"

Das Buch 'Working Equitation Trail-Training' von Autorin Angelika Graf richtet sich an alle ernsthaft interessierten Reiter, die gerne ein flexibles Arbeiten für Pferd und Reiter kennenlernen möchten. Es bringt Spaß, Abwechslung, und ungeahnte Vielfalt in den Trainingsalltag. Ungeachtet, ob Sie ambitioniert Turniere reiten, Abwechslung suchen, Lust verspüren Neues zu ergründen oder bestehende Schwierigkeiten auf eine spielerische Art und Weise meistern wollen…

Weitere Informationen zu diesem Buch lesen Sie hier!

Angelika Graf  Verlag
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
www.angelikagraf-verlag.de

Mark Rashid: Projekt Buchverfilmung

Wie dir vielleicht bereits bekannt ist, plant Mark Rashid seit längerem die Verfilmung seines Buches „Out of The Wild“, einer tiefgründigen und ergreifenden Geschichte um einen im Leben gestrauchelten Cowboy und einem Pferd das ihn wieder in eine lebenswerte Existenz zurück begleitet. Detaillierte Informationen zum Film inkl. Trailer findest du unterhttp://www.outofthewildmovie.com/ . „Out of The Wild“ ist eine Geschichte, die es verdient erzählt und einem breiten Publikum als Kinofilm zugänglich gemacht zu werden.

Die grösste und eigentlich auch einzige echte Hürde beim Projekt „Out of The Wild“ war es, Gross-Investoren zu finden, die nicht die vollständige Kontrolle über das gesamte Projekt haben wollten. Etwas, das Mark als Autor der Geschichte und Produzent des Filmes aus verständlichen Gründen nicht zulassen kann.

Nach nunmehr drei Jahren vergeblichen Versuchen, auf konventionellen Wegen das Filmprojekt zu realisieren, haben sich Mark und die gesamte Produktions-Crew nun dazu entschieden, einen neuen Weg einzuschlagen, der es ermöglicht den Film in der angestrebten Qualität aber ohne inakzeptable Anforderungen und Auflagen von Grossinvestoren zu produzieren.
Ein Weg, der es auch allen Freunden und Anhängern von Mark’s Arbeit mit Pferden ermöglicht, Teil dieses wunderbaren Projektes zu werden und die Realisierung eines wirklich grossartigen Pferde-Kinofilmes zu begleiten, bei dem nichts als das Pferd, der Mensch und die einzigartige Beziehung die zwischen beiden möglich ist, im Mittelpunkt steht. Welcher Pferdefreund wünscht sich nicht, einen solchen Film im Kino sehen zu können?

Der von Mark nun eingeschlagene Weg ist für viele von euch wohl noch relativ neu und unbekannt, hat sich in den letzten Jahren jedoch in vielen Bereichen weltweit etabliert, auch in der Film-Industrie, und heisst „Crowdfunding“ (Infos dazu z.B. unter http://de.wikipedia.org/wiki/Crowdfunding ). Crowdfunding funktioniert grob gesagt so, dass ein Projektteam seine Idee, seinen Geldbedarf und einen Endtermin auf eine spezielle Crowdfunding-Plattform im Internet stellt. Dort können Interessenten, die dieses spezifische Projekt unterstützen möchten, einen (bescheidenen bis grossen) Geldbetrag zur Verfügung stellen, wofür sie eine Gegenleistung erhalten, wie z.B. T-Shirts, DVD, Tickets für Premieren, Möglichkeit am Film teilzunehmen etc . Falls der benötigte Gesamtbetrag für das Projekt innerhalb der gesetzten Frist zusammen kommt, wird das Projekt finanziert und kann gestartet und umgesetzt werden.

Für das Crowdfunding für „Out of The Wild“ wurde Kickstarter (http://www.kickstarter.com ) gewählt, eine seit Jahren bestens etablierte und seriöse Plattform mit unzähligen erfolgreichen Projekten in verschiedensten Bereichen. Kickstarter funktioniert nach dem „alles-oder-nichts“ Prinzip, was bedeutet, dass ein Projekt am Ende nur finanziert wird und die zugesprochenen Beiträge nur dann abgerufen werden, falls der gesamte angestrebte Betrag zusammen kommt. Ansonsten gilt die Finanzierung des Projektes als gescheitert und die von den Interessenten (also dir) zugesprochenen Beträge werden nicht abgerufen. Sprich wenn genug Geld zusammenkommt und der Film produziert wird, wird Deine Kreditkarte mit dem Betrag belastet, falls nicht wird nichts belastet und Du behältst das Geld.

Mark’s Film-Projekt „Out of The Wild“ ist auf Kickstarter unter folgendem Link aufgeschaltet:

http://www.kickstarter.com/projects/629771352/2111546014?token=b57755c9

Hier kann Jedermann bzw. –Frau seine Unterstützung bzw. seinen Beitrag seit heute Montag 6. Januar 2014 angeben. Die Beiträge gehen von $5 bis $10'000. Für $250 kann man als Gegenleistung an einer Vorpremiere des Films in der Schweiz (inkl. persönlicher Fragerunde mit Mark Rashid) teilnehmen (Dieses Angebot ist auf 500 Teilnehmer begrenzt). Die Deadline für die Sammelfrist der Beiträge zum Filmprojekt ist der 6. Februar 2014. Falls mit deiner Unterstützung die benötigte Finanzierung bis dann zusammen kommt, kann mit der Realisierung dieses einzigartigen Filmes begonnen werden!

Vorabklärungen bei Filmverleihern, Filmfestivals wie z.B. Sundance in den USA oder bei verschiedenen Fernsehstationen haben gezeigt, dass das Interesse an „Out of The Wild“ riesig und das Potenzial enorm ist. Doch damit dies umgesetzt werden kann hofft Mark und die gesamte Film-Crew nun auf die Unterstützung der vielen Pferdefreunde, die die Info hoffentlich auch an ihre Freunde und Interessierte weiterschicken!

Eine wichtige Information zum Schluss: Mark hat sich entschieden, bei einem Erfolg des Filmes „Out of The Wild“ einen substanziellen Teil der Einnahmen an mindestens 3 verschiedene Non-Profit-Pferde-Organisationen in den Bereichen Rettung/Erhaltung/Therapie zu spenden, um dem Wesen „Pferd“, das im Film und bei der Entstehung von „Out of The Wild“ eine so zentrale Rolle einnimmt, etwas zurück geben zu können. Somit wird dein Beitrag zu „Out of The Wild“ nicht nur die Realisation eines einzigartigen und unvergleichlichen Kinofilms ermöglichen, sondern auch einer Gruppe von Pferden zu Gute kommen, die unsere aller Hilfe dringend benötigt.

Ich wünsche mir, dass es uns allen gemeinsam gelingen wird, die Geschichte von der einzigartigen Beziehung zwischen Mensch und Pferd in „Out of The Wild“ ins Kino zu bringen und damit einem breiten Publikum zugänglich zu machen. Vielen Dank für deinen Beitrag!

Raue Fasern für mehr Leistung


Heu für mehr Leistung

Heubäuche gibt es gar nicht und vor allem Sportpferde benötigen Heu in rauen Mengen.  Fütterungsexpertin Dr. Dorothee Meyer räumt auf mit alten Vorurteilen und erläutert, warum dieses Raufutter für Pferde so wichtig ist. Koliken, Magengeschwüre, Durchfall oder Rittigkeitsprobleme können durch Heuzugabe vermieden oder geheilt werden.

Andalusierwallach Romano trabt stumpfer und matter über den Reitplatz als gewöhnlich. Sein Rücken ist fest und das sonst aktive Hinterbein kann die Besitzerin nur durch Unterstützung mit den Sporen animieren. Das Pferd schwitzt mehr, atmet forcierter und wirkt unzufrieden bei der Arbeit. Auch die  Lösungsphase scheint sich in den letzen Wochen verlängert zu haben. Nicht immer muss eine Veränderung im Pferd so krass zu spüren sein wie bei Romano. Manchmal ist es auch eine vermehrte Gallenbildung oder sichtbare Rippen bei einem dennoch runden Bauch, die darauf hindeuten, die Fütterung des Pferdes mal genauer unter die Lupe zu nehmen. Denn zu wenig Heu ist eines der häufigsten Ursachen von Ernährungsproblemen und Krankheiten.

Um zu verstehen, warum Heu so wichtig ist, hilft ein Blick auf den Verdauungsmechanismus:
Der Pferdemagen, der acht bis zehn Prozent des Verdauungstraktes einnimmt und 10 bis 23 Liter fasst, wird von dem 55 bis 70 Liter haltenden Dünndarm abgelöst. Der folgende Dickdarm kann am meisten Flüssigkeit halten: bis zu 180 Liter. Diese physiologische Voraussetzung macht deutlich, warum Pferde möglichst kleine und häufige Mahlzeiten benötigen. Der Pferdemagen ist im Verhältnis zum enorm großen Dickdarm mit eigenständiger Verdauungsfunktion sehr klein. Er muss also immer einen Mindestgehalt an Raufutter zur Verdauung aufbringen können.

Der Unterscheid zwischen Heu und Stroh

Heu ist Raufutter und enthält sehr viel Rohfaser und Rohfaseranteil. Dieser Anteil beeinflusst die Gesundheit des Verdauungstraktes, den Wachstum, die Verteilung der Dickdarmsymbionten, den Energiestoffwechsel sowie den Wasser- und damit auch den Elektrolythaushalt. Nun ist Rohfaser ein rein chemischer Begriff und sagt nichts über eine Wirkung auf den Organismus aus. Heu, Stroh, Hafer, Pellets – alle haben chemisch betrachtet mehr oder weniger hohe Gehalte an Rohfaser. Auch eine Tageszeitung und Brennholz für den Kamin enthalten unterschiedliche Gehalte an Rohfaser, es muss also zwischen verschiedenen  Rohfaserarten unterschieden werden, da der Pferdemagen sie unterschiedlich verdaut.

Rohfaserlieferanten sind Heu und Stroh. Heu enthält die für das Pferd  am leichtesten verdauliche Legnin und ist damit die beste aller Rohfaserarten. Von der Art der aufgenommenen Rohfaser hängt die gesamte Wasseraufnahme, -ausscheidung, das Wachstum einzelner Dickdarmsymbionten sowie deren Gesamtzahl ab. In diesem Punkt schneidet das Stroh hingegen besonders schlecht ab. Für das Pferd ist die im Stroh enthaltene Rohfaser bedeutend schlechter verdaulich als die des Heus – fast nur die Hälfte im Vergleich.
Insofern ist für ein Pferd unter sportlicher Leistungsanforderung eine großzügige Zuteilung von Heu, das ja gleichzeitig auch pro Kilogramm mehr an Energie, Eiweiß und Mineralstoffen liefert, bedeutend notwendiger und selbstverständlich wesentlich gesünder, als die Gabe von Stroh. Dieses ist schlecht verdaulich und somit für ein Pferd eher ‚Ballast’ im negativen Sinne. Sportpferden sollten aber keineswegs  beliebig viel Heu zugeteilt werden, denn es enthält eben auch Eiweiß. Wenn die Heumenge erhöht wird, muss also auch die Hafermenge, also die Kraftfutterration, gesenkt werden.

Strohbäuche, Koliken, Rittigkeitsprobleme

Wird zu wenig Heu gefüttert, wird ein auf Stroh stehendes Pferd die fehlende Rohfaser in seiner Nahrung durch vermehrtes Strohfressen ausgleichen. Das können Sie selbst unschwer an der Farbe des Kotes erkennen.  Bei ausreichender Heumenge sind die Pferdeäpfel  nämlich dunkelgrün. Werden sie braun-gelblich, so ist dies ein deutlicher Hinweis auf zu hohe Strohaufnahme. Längerfristig kann dies zu einer Anschoppungskolik führen. Kolik ist hier nur ein Problem. Ein zweites können lange Lösungsphasen und Rückenprobleme sein, weil die gestörte Darmmikroflora  auch ganz geringfügige Darmstörungen bewirkt, die wiederum zu einem Anspannen der Rückenmuskulatur führen, um den Bauchraum zu entlasten. Auch Durchfall kann die Folge sein, wodurch die Aufnahme von lebensnotwendigen Nährstoffen massiv beeinträchtigt wird. Übrigens sollte auch mal mit einem alten Vorurteil aufgeräumt werden: der Heubauch kommt nicht vom Heu, sondern vom Stroh. Heu macht keineswegs bauchig, allerdings wegen seines hohen Energiegehaltes kann zuviel Heu allgemein  ‚rund’ machen – keineswegs aber isoliert am Bauch. 

Heu als Energiequelle

Als ehemalige Steppenbewohner sind Pferde auf ausreichende Heumenge angewiesen. Nur Heu  ist ein gutes Substrat für die Dickdarmmikroben, nur Heu sichert den Wasserhaushalt und damit den Elektrolythaushalt ab. Ohne ausreichende Wasserreserve allerdings kann das Pferd keine sportliche Leistung bringen, denn Wasser ist die Kühlflüssigkeit der Muskulatur. Bei ausreichender Heugabe schwitzt ein Pferd bedeutend weniger, hat nie eine Bluteindickung und selbst bei großer Anstrengung keine Probleme im Elektrolythaushalt. Zusätzlich liefert Heu im Gegensatz zu Stroh sehr viel lang anhaltende Energie, da die Darmmikroben aus der Zellulose so genannte flüchtige Fettsäuren bilden, die über mehrere Stunden hinweg für die Energiebereitstellung genutzt werden. Es gibt Pferde, die sehr viel strukturierte Rohfaser in ihrer Nahrung brauchen, in diesem Falle ist nach Beurteilung des Kots eventuell mehr Heu und weniger Hafer zu geben. In diesem Fall kann einfach ein Kilogramm Heu mehr, gegen 400 Gramm weniger Hafer ausgetauscht werden, bis die für das Pferd ideale Heumenge gefunden ist.

Von der Art der aufgenommenen Rohfaser hängt auch die Menge der im Darmtrakt gebildeten Enterotoxine ab. Dies sind Gifte, die üblicherweise beim Verdauungsvorgang entstehen. Allerdings nur in extrem niedriger Menge. Bei zu hoher Strohaufnahme kommt es ebenso wie beim Eiweißüberschuss zu vermehrter Bildung dieser Enterotoxine. Sie bemerken dies entweder an dicken Beinen, vermehrter Bildung von Gallen, Huflederhautentzündungen bis hin sogar zur Rehe, die nicht nur bei hohem Eiweißgehalt der Nahrung auftritt. Die negativen Erscheinungen mangelnder Heugabe sind naturgemäß von Pferd zu Pferd je nach der individuellen Neigung verschieden.

Wie viel Heu für Sportpferde?

Die für ein Sportpferd notwendige Heumenge, hängt letztendlich auch von der ausgeübten Sportart ab. Ein Springpferd wird immer etwas weniger Heu bekommen, als ein Dressurpferd, weil ein Springpferd für die maximale Kraftentfaltung am Sprung auf ausreichende Kohlenhydratversorgung angewiesen ist. Ein Dressurpferd in den hohen Lektionen dagegen braucht relativ viel Heu.
Allerdings enthält Heu auch Eiweiß, so dass keineswegs beliebig große Mengen an Heu gegeben werden dürfen. Die Heumenge ist so zuzuteilen, dass in der Gesamtfütterung kein Eiweißüberschuss entsteht.

Heu ist nicht gleich Heu

Nährstofftabelle berücksichtigen

Wenn dem Pferd plötzlich trotz Fütterung derselben Mengen an Futtermittel dennoch 26,64 Megajoule an Energie fehlen, so ist es kein Wunder, wenn es in diesem Jahr zunächst leistungsschwächer ist und an Gewicht verliert, beziehungsweise anfängt, zusätzlich Stroh zu fressen, da es verzweifelt auf der Suche nach Energie ist. Die geringere Versorgung mit Eiweiß ist dagegen in der Regel unproblematisch, da üblicherweise die Fütterung eher zuviel, als zu wenig Eiweiß enthält. Es sei denn es werden zum Heu eiweißarme Futtermittel gefüttert. In diesem Fall kann das Pferd in diesem Jahr eine Unterversorgung an Eiweiß aufweisen, was genau so fatale Folgen haben kann, wie eine Überversorgung mit Eiweiß. Um die inneren Organe vor Schaden zu bewahren, wird die Muskulatur eingeschmolzen.

Natürlich könnte man dem Pferd, um dem geringeren Energiegehalt und dem reduzierten Eiweißgehalt des überständigen Heus entgegenzuwirken, einfach mehr Hafer oder Pellets füttern. Dann sind mit den entsprechenden Mengen diese Nährstofflücken aufgefüllt. Aber es ist die Rohfaser, die in Zusammenhang mit dem oben angeführten Rittigkeitsverhalten besondere Aufmerksamkeit verdient, denn von der Art und Menge der zugeführten Rohfaser hängt die Dickdarmgesundheit ab.  Und davon wiederum die Rückentätigkeit des Pferdes. Denn läuft es im Bauch nicht „rund“ läuft, dann kann Ihr Pferd beim besten Willen Ihrem Wunsch nach einem aufgewölbten Rücken und Durchlässigkeit nicht mehr nachkommen.

Heuqualität

Mitte bis Ende der Blüte geschnittenes Heu ist zu empfehlen. Wegen seinem hohen Ligninanteil sollte weit nach der Blüte geschnittenes Heu gemieden werden Gutes qualitätvolles blattreiches (zellulosereiches) und hygienisch einwandfreies Wiesenheu ist in der Sportpferdefütterung nicht zu ersetzen, auch wenn dies immer wieder behauptet wird. Der Reiter merkt an der Rittigkeit seines Pferdes selbst, ob Menge und Qualität des Heus, für sein Pferd optimal sind. Das ist nicht nur für den Komfort des Reiters wichtig, sondern auch für das Pferd. Denn nur eine durch den gesamten Körper schwingende Bewegung ist eine Gliedmaßen schonende Bewegung. Jede Muskelverspannung zieht eine Überlastung Ihres Gegenspielers  nach sich und nur eine reibungslos funktionierende Muskulatur ist ein ausreichender Stoßdämpfer für die Sehnen und Gelenke des Pferdes.

Was tun, wenn der Stallbesitzer nicht genug füttert?

• Die ausgerechnete Menge Heu (oft bis acht Kilo) ist in ihrer Stallmiete nicht enthalten? Fragen Sie Ihren Stall-Betreiber, ob er gegen Aufpreis mehr füttern würde.
• Erklärt der Inhaber sich nicht bereit dazu, kann er Ihnen vielleicht einen Lagerplatz zur Verfügung stellen. Hier können Sie Ihr selbst erworbenes Heu lagern.
• Bereiten Sie ein sehr engmaschiges Heunetz oder einen Bottich mit Heu vor, das der Futtermeister morgens oder abends bloß in die Box hängen muss.
• Wichtig: Ihr Pferd sollte nicht länger als vier bis fünf Stunden ohne Raufutter sein. Stellen sie also vor allen in der Wintersaison sicher, dass Ihr Pferd Heu auf dem Paddock erhält oder wieder rechtzeitig in die Box kommt.
Kot-Kontrolle – gut: dunkelgrüne Pferdeäpfel. Schlecht: braungelber Pferdekot (zu wenig Heu). Zur Weidesaison funktioniert diese Kontrolle allerdings nicht: Schon geringe Mengen Gras färben die Pferdeäpfel grün.
Heureduzierung während der Weidezeit: Ziehen Sie der Heuration Ihres Pferdes 500 Gramm Heu pro Weidestunde ab. So vermeiden Sie Überfütterung.

Tipps für Allergiker

• Nasses Heu: Um staubfreies Heu durch Einweichen zu erhalten, muss man es mindestens 20 Minuten einweichen lassen. Dazu kann eine große Tonne oder eine Wanne voll mit Wasser in die Nähe der Futterstelle aufgestellt werden. Entweder man tunkt das Heu mit der Mistgabel ein und siebt es dann wieder heraus und legt es in die Box – dann ist es leider sehr schnell verzehrt – oder, man weicht ein gut gefülltes, engmaschiges Heunetz ein. Engmaschig, damit die Pferde in der Box nicht mit dem Huf darin hängen bleiben können. So ein Netz sorgt für lange Fressbeschäftigung und beugt Langeweile vor. Bietet der Stallbetreiber diesen Service nicht an, muss der Besitzer eventuell selber täglich die Netze tunken und zur Fütterung vorbereiten.
• Nicht jeder Pferdebesitzer schafft es, das Heu einzuweichen und so bietet sich für Allergiker Silage an. Silage ist unter Luftabschluss vergorenes Gras. Mittlerweile ist sie auch in kleinen, handlichen Paketen zu kaufen.
• Heucops wird aus fertigem Heu hergestellt. Achten Sie darauf, dass die Heucops nicht zu staubig sind und so viel Struktur wie möglich aufweisen. Schließlich soll das Pferd auch etwas zum Kauen haben.  

Copyright © 2017 Goodhorsemanship. Alle Rechte vorbehalten.
Joomla! ist freie, unter der GNU/GPL-Lizenz veröffentlichte Software.