True Horsemanship Through Feel

Bill Dorrance & Leslie Desmond

Dorrance & Desmond: Pferdekenner mit Gefühl

Gefühl ist dem Pferd immer präsent  
Leslie Desmond, Foto: RKLeslie Desmond, Foto: RK
Buch von Bill Dorrance und Leslie Desmond.Buch von Bill Dorrance und Leslie Desmond.

Gefühl ist das einzige, auf dass das Pferd im Zusammensein mit dem Menschen zurückgreifen kann. Somit ist es auch Gefühl, welches dem Pferd zur Kommunikation angeboten werden sollte. Altmeister Bill Dorrance († 1999) und Leslie Desmond geht es beim Ausbilden von Pferden nicht ums Abrichten der Tiere, sondern um ein dauerhaftes Kommunizieren durch Gefühl (throuch feel). Wie, das erläutern sie in ihrem Standartwerk „True Horsemanship Through Feel“.

Pferde sind intelligent und können Entscheidungen treffen. Dies ist der Eröffnungssatz in dem Buch „True Horsemanship Through Feel“ von Bill Dorrance und Leslie Desmond. Es ist diese einfache, jedoch starke Aussage, auf der das ganze Buch basiert. Alle guten Pferdekenner wissen das, erkennen, dass wenn man Pferden die nötige Zeit zum Verarbeiten der Informationen gibt, sie willige Studenten sind und gute Entscheidungen treffen. Werden sie aber verängstigt, bedrängt oder gezwungen, reagieren sie mit einem natürlichen Abwehrverhalten oder sind nicht in der Lage dazu, zu lernen. Dann treffen sie schlechte, manchmal sogar gefährliche Entscheidungen.

Als Bill Dorrance 93 war, wurde sein Buch veröffentlicht

Der amerikanische Horseman Bill Dorrance, lebenslanger Student der Pferde, war 93 Jahre alt als sein Buch 1999 kurz vor seinem Tod veröffentlicht wurde. Sein ganzes Leben sammelte er die Zutaten, die die Beziehung zwischen Mensch und Pferd verfeinern. Studentin, Co-Autorin Leslie Desmond, trat spät in Bills Leben, als er voller hilfreicher Informationen war und bereit dazu, diese zu teilen. Sie brachte seine Gedanken auf Papier − vier Jahre lang. In „True Horsemanship Through Feel“ beschreibt Leslie feingefühlig Bills Methoden, wobei sie seiner einfachen Sprache und seinem Stil treu bleibt.

Das umfassende Werk beginnt mit einer eindrucksvollen Beschreibung davon, wie wichtig Gefühl für Pferde ist. Es gibt uns einen tieferen Einblick in Bills lebenslange Erfahrung mit den Tieren und bereichert mit vielen praktischen Übungen, die durch hunderte von Fotos begleitet werden. Am Ende werden Begriffe, die dem Leser vielleicht fremd sind, detailliert definiert. Die fundierten Informationen in diesem Buch und dessen klares Layout machen es zu einem umfangreichen Praxisbuch, wie man Pferden etwas vermittelt − durch Gefühl.

Definition von Gefühl

Was ist Gefühl? In Bills Buch gibt es acht Definitionen für dieses Wort, das nicht schnell und auch nicht einfach beantwortet werden kann. Bill sagt, Gefühl ist die Sprache des Pferdes. Es ist das Einzige, worauf es bei Interaktionen mit dem Menschen zurückgreifen kann. Menschen benutzen eine verbale Sprache, die das Pferd nicht verwendet. Also verlässt es sich auf das Gefühl, um zu verstehen, was der Mensch ihm „sagen“ möchte.

Indirektes Gefühl gibt es laut Bill, wenn keine körperliche Verbindung zwischen Mensch und Pferd vorhanden ist, das Pferd aber dennoch eine Absicht, eine entsprechende Körperhaltung sowie Ausstrahlung des Menschen spürt. Gefühl kann aber auch direkt sein: Der Mensch hat dann physikalischen Kontakt mit einem Körperteil des Pferdes, ganz gleich ob dies durch Hand, Bein, Halfter oder Zügel geschieht. Wenn Pferde bei uns sind, operieren, agieren oder reagieren sie zu jeder Zeit auf unser Gefühl. Und auch wir agieren mit Gefühl, auch wenn wir es nicht immer wissen. Die Handlungen, die wir tun − auch die, die wir nicht tun −, beeinflussen, wie unsere Pferde auf uns reagieren. Wenn ein Pferd versteht was man möchte, wird er das tun, bis an das Limit seiner körperlichen Möglichkeiten und manchmal sogar darüber hinaus. Vorraussetzung dafür ist ein starker Wille zu lernen und die Bereitschaft die nötige Zeit zu investieren.

Ganz gleich, ob wir unsere Pferde reiten oder so mit ihnen umgehen, ich denke, wir alle wünschen uns das Gleiche: Pferde, die vertrauensvoll und weich auf uns reagieren. Es bleibt also nur die Frage wie wir dies anstellen. Zu wissen wie willig und weich ein Pferd sein kann und zu erfahren, wie gut und ausfüllend sich das für einen Menschen anfühlen kann, frage ich mich manchmal, wie jemand kein Interesse daran haben kann, True Horsemanship Through Feel zu erlernen. Die einzig sinnvolle Antwort, die mir dazu einfällt, ist die, dass sie nicht wissen, was sie verpassen.    

Informationen

zu Leslie Desmond und Artikel lesen Sie hier.

 

 

 

Text: Rika Kreinberg

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