Von der Schiefe in die Geraderichtung

 

FS-Reitzentrum Reken: Gerade durch Volten

 

Um der natürlichen Schiefe des Pferdes beim Reiten entgegen zu wirken benötigt der Reiter einen guten Sitz. Denn ist dieser nicht stabil, kann der Reiter das Ungleichgewicht des Pferdes nicht verbessern - eine Verbesserung der Bewegungsabläufe und Rittigkeit des Pferdes ist fast unmöglich. Häufig werden die Pferde dadurch sogar noch schiefer und die reiterlichen Probleme steigern sich.

Der Reiter muss also dementsprechend durch Reitstunden oder Longenstunden auf einem gerade gerichteten Pferd vorgeschult sein, um das Pferd mit seinem Sitz unterstützen zu können. Er muss beide Seiten gleich gut reiten. "In meinem Unterricht", erklärt Jochen Schumacher, haben sich Übungen von Claus Penquitt sehr bewährt. Allen Voran das Reiten von Volten auf der Mittellinie:

• Geraderichtung fördert man durch korrektes Reiten von Volten oder Zirkeln. Diese sollten jedoch nicht vom Hufschlag aus begonnen werden, da sich das Pferd dabei außen an der Bande orientiert und "anlehnt". Stellen Sie sich Pylonen auf der Mittellinie auf. Reiten Sie auf dem dritten Hufschlag und gehen Sie im Schritt eine "runde", gleichmäßige Volte mit Innenstellung um eine der Pylone herum. Danach reiten Sie bitte alle Übungen im Trab. Spätestens hier muss der Reiter oft schon unterstützend einschreiten: Der innere Schenkel bleibt am Gurt, er sollte nicht zuviel treiben. Das Pferd ist nach innen gestellt aber sollte nicht zu stark gestellt sein. Ist die Schenkelhilfe zu stark oder das Pferd zu stark gestellt, würde es darauf hin vielleicht die Hüfte nach außen schieben. Durch feines Justieren der Hilfen sollte dies verhindert werden. Stellen Sie das Pferd über den inneren Zügel und führen Sie es mit dem äußeren. Wenn Sie nur mit dem inneren lenken und den äußeren Zügel wegschmeißen fällt das Pferd auf die innere oder über die äußere Schulter, die Hüfte driftet aus der Volte nach außen. Hier ist Gefühl gefragt.

• Grundsätzlich soll das Gewicht des Reiters in der Volte auf dem inneren Gesäßknochen sein. In der Übungsphase mit dem schiefen Pferd jedoch, muss der Reiter dem Pferd durch individuelles Sitzen helfen. Er muss sich dem Pferd anpassen. Die Pylonenarbeit ist da enorm hilfreich. Wichtig: Reiten Sie immer nur eine Volte und dann wieder ein Stück geradeaus und variieren Sie Ihr Programm. Reiten Sie - zur Orientierung mit Pylonen - Schlangenlinien durch die ganze Bahn, Volten um Pylonen auf der Mittellinie oder auf dem dritten Hufschlag herum, gestalten Sie die Übungen abwechslungsreich.

Zusätzlich ist das Reiten von Schulterherein und das Galoppieren mit Innenstellung eine gute Vorbereitung zum Geraderichten. Der Reiter sitzt auf dem inneren Gesäßknochen. Der innere Schenkel ist angelehnt und biegt das Pferd. Der äußere Schenkel ist der Gegenspieler des inneren Schenkels und liegt verwahrend an. Driftet das Pferd zuviel zu einer Seite, müssen immer zuerst die Gewichts- und Schenkelhilfen überprüft werden. Ein am Boden gezogener "Strich" hilft dem Reiter, sich zu orientieren. Da, wo man hin reiten möchte, muss das Gewicht sein. Individuelle Gewichtsverlagerung ist wichtig. Der innere Zügel stellt das Pferd und der äußere Zügel lässt die Stellung zu. Prinzip eines Fahrradlenkers. Nehme ich den inneren Lenker zu stark an und habe keine Kontrolle über das Pferd kann folgendes passieren:

a) das Pferd kürzt nach innen ab

b) das Pferd driftet über die äußere Schulter Wichtig ist das Zusammenspiel des inneren Schenkels mit dem äußeren Zügel.

Zuerst einige Tage nur Volten möglichst im Trab reiten, abwechselnd gute und schlechte Seite, später erst auch Schlangenlinien, 3 Bögen durch die ganze Bahn!

Informationen

finden Sie auf der Homepage des FS-Reitzentrums Reken:

www.fs-reitschule.de

 

 

 

 

 

Fotos: RK

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