Kleine Wissens-Bisse zum Thema „Sättel“

Pferdebesitzer beraten und informieren –, dies ist das Anliegen von Peter und Rika Kreinberg bei der Ausbildung aber auch bei dem Thema Besattlung. Bei einer PK Sattelberatung erhält der Kunde daher ausführilche Informationen über grundsätzliche Passform-Beurteilungen von Western-/Trachtensätteln, damit er sein eigenes Bild und Wissen weiter abrunden kann. Hier finden Sie kleine Wissens-Bisse zum Thema.

 



Auf den Sattel kommt es an – eine allgemeine Übersicht

„Der Sattel ist das wichtige Bindeglied zwischen Reiter und Pferd. Stimmt die Besattelung nicht, so kann das Ursache für viele Probleme sein.“

Drei wichtige Funktionen sollte ein Sattel erfüllen:

  • Er sollte den Pferderücken schützen und das Reitergewicht nicht punktuell auf eine kleine Fläche, sondern möglichst gleichmäßig auf eine größere Auflagefläche verteilen.
  • Er sollte dem Reiter im Dreipunkt beider Steigbügel und der Sitzfläche eine balancierte, dynamische und sichere Haltung ermöglichen.
  • Er sollte dem Reiter für eine feine und effektive „Hilfengebung“ die dressurmäßig korrekte funktionale und ausbalancierte Sitz-Positur ermöglichen.

In der Reiterei haben sich zwei bewährte und verbreitete Sattelsysteme etabliert, jedes hat seine Vorzüge und Nachteile und seine zweckmäßigen Verwendungsschwerpunkte.

Westernsättel mit Holz-Sattelbaum

Dass Peter Kreinberg früher eigene Sättel baute, ist nicht vielen bekannt. In Custon Orders baute er nach Kalifornischen Traditionen Sättel mit eigens gestalteten Sattelbäumen. Seine ersten Sattelbäume wurden Ende der 70er Jahre gebaut. Einen von ihm gebauten Sattel von 1981 reitet der Ausbilder noch heute privat auf seinem Hannoveraner Wallach. Foto: RK Dass Peter Kreinberg früher eigene Sättel baute, ist nicht vielen bekannt. In Custon Orders baute er nach Kalifornischen Traditionen Sättel mit eigens gestalteten Sattelbäumen. Seine ersten Sattelbäume wurden Ende der 70er Jahre gebaut. Einen von ihm gebauten Sattel von 1981 reitet der Ausbilder noch heute privat auf seinem Hannoveraner Wallach. Foto: RK Peter Kreinberg bevorzugt Sättel, die das Reitergewicht auf eine angemessen große Fläche auf den Pferderücken und vor allem auf die richtigen Bereiche möglichst gleichmäßig verteilen. Sättel mit einem Trachten-Sattelbaum bieten diese Möglichkeit, vorausgesetzt, ihr Baum ist ergonomisch optimal geformt und passt zur Rückenform des Pferdes. Die Rückenmuskulatur wird vor zu großer, punktueller Druckbelastung geschützt. Das ist wichtig, da sie als Bewegungs­muskulatur nicht zum Tragen von punktuellem Gewicht geeignet ist. Dieses lastverteilende Sattelsystem ist seit  Jahrhunderten bewährt. Westernsättel gehören in diese Kategorie. Sie sind zwar schwerer als Sportsättel, doch durch die großflächige Gewichtsverteilung ist die punktuelle Druckbelastung dennoch deutlich geringer.

Die Trachten sind beim Westernsattel nicht bzw. kaum gepolstert. Deshalb muss ein Western­sattel immer mit einer entsprechend passenden und genügend dicken Unterlage oder Sattel­decke angepasst und benutzt werden. Je nach Sitzgröße und-form ist bei diesem System darauf zu achten, dass die Trachten und die hinteren Auflagebereiche nicht zu lang sind.

Dank neuer Mess- und Produktionstechniken und der Zusammenarbeit mit einer Qualitäts-Sattelbaum-Manufaktur in den USA und in Deutschland ist es Peter Kreinberg möglich, in seinen Westernsätteln Holzbäume und Kombi-Holz-Kunststoffbäume in hoher Qualität mit einer optimalen Formgebung in Bezug auf die Passform zum Pferderücken und für die Sitzgestaltung zu verwenden. Seine Sättel sind so konzipiert, dass sie auch den Anforderungen einer „dressurmäßigen“ Gymnastizierung des Pferdes mit einer ausreichenden Bewegungsfreiheit entsprechen.

Trachtenpolstersättel

Trachtenpolstersättel übertragen das Reitergewicht auf eine etwas kleinere Fläche als Westernsättel, verfügen aber in der Regel über eine immer noch gute Druckverteilung. So sind auch längere Ritte und ausgesessenes Reiten für das Pferd nicht mit zu punktueller Belastung verbunden. Druckspitzen werden besser ausgeglichen. Reiter, die „einige Kilo mehr“ in den Sattel bringen, können ihr Pferd durch die gleichmäßige Druckverteilung vor zu starker Rückenbelastung schützen.

Der millionenfach bewährte „Deutsche Militärsattel“ gehörte zu dieser Kategorie. Bei diesem Sattelsystem wird ein Holzbaum mit Polsterung verwendet.

Pritschensättel

Als Pritschensättel werden die Sportsättel in den Variationen Dressur- Springen- oder Vielseitigkeit bezeichnet. Foto: RKAls Pritschensättel werden die Sportsättel in den Variationen Dressur- Springen- oder Vielseitigkeit bezeichnet. Foto: RKPritschensättel – so werden die Sportsättel in den Variationen Dressur- Springen- oder Vielseitigkeit bezeichnet – übertragen das Reitergewicht auf eine relativ kleine Auflagefläche im Bereich der Rückenmuskulatur. Bei Steigbügelbelastung überträgt sich die gesamte Reiterlast punktuell auf den vorderen Bereich.

Peter Kreinberg ist der Meinung, dass solche „Englisch-Sättel“ für die spezialisierte Sportreiterei zweckmäßig sind. Bei längeren Ritten, bei Reitern die schwerer als ca. 80 kg sind oder für Wander- und Geländereiten mit Gepäck üben sie jedoch eine  starke punktuelle Druckbelastung auf die Rückenmuskulatur aus. Zudem verändert sich die Polsterung durch den Gebrauch und muss etwa alle sechs Monate durch Fachpersonal nachgebessert werden.

Paßformanpassung durch variable Unterlagen

Foto: BoiselleFoto: BoiselleEin Western-Sattelbaum verändert seine grundsätzliche Form nicht. Mit Hilfe verschiedener Sattelunterlagen kann seine Passform auch für verschiedene Pferde variiert werden, vorausgesetzt, er ist weit genug und nicht zu lang.

Die Symmetrie des Baumes bleibt stets gleich, durch abgestimmte Unterlagen lassen sich aber Passformvariationen vornehmen, beispielsweise die horizontale Balance usw. Ein optimal zum Rücken passender Sattelbaum ist stets die beste Lösung. Doch manche Pferde verändern je nach Haltung und Training ihre Muskulatur. Andere haben ein Exterieur oder eine Asymmetrie, für die ein Maßsattel oder eine Anpassung durch ein „Maßpad“ eine Alternative sein kann. Peter Kreinbergs Sättel aus deutscher Produktion können individualisiert als Maßsättel geordert werden – siehe nächsten Punkt: Individualisierung eines PK-Sattels mit EQUIscan®.

Individualisierung eines PK-Sattels mit dem equiscan®-Topografen

EQUIscan® – modernste Vermessungen & altbewährte Grundsätze.
Mit den Sätteln der Serie „PK Western Comfort“ besteht zusätzlich zu den bewährten Kreinberg-Sätteln die Möglichkeit, Kreinberg-Maßsättel fertigen zu lassen. Moderne EQUIscan®-3-D-Meßverfahren individualisieren den Sattelbaum nach der Rückenform des Pferdes.

Rika Kreinberg, seit zehn Jahren PK-Sattelberaterin und Osteopathin für Pferde, kann Pferderücken, die einen individualierten Sattelbaum benötigen, mit dem EQUiscan®-Topografen vermessen und somit einen individualisierten Kreinberg-Sattel fertigen lassen. Dies ist nicht immer nötig, bietet aber zusätzliche Besattlungs-Optionen. Das Vermessen des Pferderückens bedeutet auch, dass die 3-D-Daten des Rückens bei uns gespeichert und archiviert werden können und somit für die Zukunft zur Verfügung stehen.

Rika Kreinberg vermisst Pferderücken mit dem EQUIscan®-Topografen, wenn es um die Erstellung eines Kreinberg-Maßsattels geht. Möchten Sie unabhängig von einer Kreinberg-Sattelberatung den Rücken Ihres Pferdes vermessen lassen, dann wenden Sie sich an einen zertifizierten EQUIscan®-Pferderückenvermesser in Ihrer Region.

Rika Kreinberg sowie PK-Sattelberater stehen Pferdebesitzern zur Verfügung.

Mehr zur PK Sattelberatung lesen Sie hier.

Dynamische Druckmessung

Die flexible medilogic®-Sattel-Matte ermöglicht die Erfassung der Druckverteilung auf dem Pferderücken. Das komplexe Zusammen­spiel der Kraftwirkungen zwischen Pferd, Sattel und Reiter wird in Bewegung oder im Stand gemessen und später durch die Analyse-Software ausgewertet. Es wird sichtbar, in welcher Bewegungsphase und an welchen Stellen unerwünschte Druckspitzen am Rücken des Pferdes entstehen. Ebenso zeigt sich die Gewichtsverteilung des Reiters.

Die Kombination der funkgestützten Satteldruckmessung mit der Videoaufzeichnung ermöglicht eine synchrone Beurteilung der Druckverteilung und der Reitbewegung. Neben dem Einfluss von Geschwindigkeit und Reitergewicht beeinflusst die Technik des Reiters die Druckverteilung und geht somit in die Analyse mit ein. Sattelberatungen werden nicht mit diesem System angeboten. Peter Kreinberg sammelte jahrelang Erfahrung durch die Arbeit mit der Druckmessung und optimierte auch dadurch sein Sattelkonzept für Reiter und Pferde aller Reitweisen und Rassen.